Unsere Reise nach San Francisco

Wir, Lars Hupel, Thomas Milde und Richard Tschirschnitz sowie unserer Lehrer Mirko König sind am 5. Mai 2007 nach San Francisco geflogen, um an der weltweit größten Entwicklerkonferenz – der JavaOne 2007 – teilzunehmen. Dies hatten wir als 1. Preis beim Programmierwettbewerb „Java Stars 2006 – Sun Microsystems Award“ gewonnen und durften daher für einige Tage in den USA verweilen.

v.l.n.r.: ich, Richard Tschirschnitz, Thomas Milde, mit Rucksack

Der Wettbewerb …

… fand in der Zeit Ende 2006/Anfang 2007 statt. Die Aufgabe war es, ein Programm in Java zu erstellen, welches in der Schule eingesetzt werden kann, quasi ein Lernprogramm. Wir drei bildeten die Gruppe nlogn [enn lock enn], was eine Anspielung auf unser Thema, nämlich Sortierverfahren ist.

Unser Programm …

… zeigte anschaulich, wie Sortierverfahren funktionieren. Das sind Algorithmen, die eine gegebene Anzahl von Elementen der Reihenfolge bzw. Größe nach sortieren. Wir haben es in verschiedene Teile aufgeteilt:

Die Reise

Samstag, der 5. Mai

Wir alle wurden mit einem Taxi abgeholt, und zwar mitten in der Nacht ab 1.30 Uhr. Mit einigen Irrungen auf dem Weg von Jena nach Neupoderschau kamen wir dann doch pünktlich am Flughafen Halle-Leipzig an, wo uns der Taxifahrer auf der falschen Seite des Flughafens absetzte, sodass wir erst einmal mit unserem Gepäck quer durch den Flughafen laufen mussten, um es aufzugeben. Sonst ist am Flughafen in Leipzig alles glatt gelaufen und wir kamen etwas ermüdet gegen 7.00 Uhr in Frankfurt an. Natürlich schlossen sich noch weitere Kontrollen an, bevor wir 9.15 Uhr mit einer Boeing 747-700 auf dem Weg zum San Francisco International waren. Als einziger von uns schaffte es Herr König, den Flug effizient mit Schlaf zu füllen. Dummerweise fiel im Laufe des Flugs das Unterhaltungsprogramm aus, weshalb man die Zeit mit diversen sinnlosen Tätigkeiten totschlagen musste (außer Herr König, der schlief …).

Belustigung hatten wir trotzdem aufgrund der Einreiseformulare für die USA, in der solche Sachen wie „Sind Sie Mitglied einer terroristischen Vereinigung?“ gefragt wurden.

Gegen 12.20 Uhr Ortszeit und nach rund 11 Stunden Flug kamen wir dann in SF an. Die Einreise gestalte sich zwar als einfach, aber langwierig (erstens wegen der Schlange, zweitens wegen der langen Prozedur, die Fingerabdruck-Scannen und Fotografieren beinhaltete). Der Einreisebeamte war relativ milde gestimmt, da ihm Richard und Lars schon gesagt hatten, weswegen wir die USA besuchen.

Als wir dann erfolgreich unser Gepäck entdeckt hatten und den Flughafen verließen, haben wir uns gleich ein Taxi genommen und ab gings auf den zwölfspurigen Freeway. Das Hotel Union Square, in welchem wir residierten, ist ziemlich zentral in SF gelegen und direkt neben dem Apple Store, den wir auch gleich besuchten.

Anschließend fuhren wir mit dem SF Municipal Railway (Muni, das örtliche, sehr gut ausgebaute Nahverkehrssystem) zur Golden Gate Bridge, wo wir sofort die Touris heraushängen ließen und wie die Weltmeister knipsten. Als wir dann noch auf der Brücke herumgelaufen sind wollten wir dort wieder mit dem Bus losfahren, jedoch bauten plötzlich auftauchende Police Officers eine Straßensperre mit ihren Motorrädern auf. (Der Präsident von Singapur hat der Brücke und umliegendem Park einen Besuch abgestattet.) Also kämpften wir uns zu Fuß zu einer zufälligen Muni-Haltestelle, an der ein auch Bus fuhr, der uns auf Umwegen nach Chinatown brachte, wobei das Wachhalten sehr schwer fiel.

Wir ließen uns also chinesisch bekochen (Anmerkung von Herr König: Im chinesischen Restaurant gab es eine separate Karte nur für Teigtaschen) und weil wir alle so müde waren, lagen wir dann auch eine halbe Stunde später im Bett.

Cable Car

Sonntag, der 6. Mai

Am Sonntag haben wir uns um 9.00 Uhr in der Lobby getroffen und sind die Straße hoch zum Segafredo-Frühstückscafé gelaufen und dort amerikanisch gefrühstückt. In der nahegelegenen Pharmacy Walgreens deckten wir uns mit Getränken ein. Um 10.00 Uhr fuhren wir dann mit dem Cable Car zu Fisherman’s Wharf, wo wir dann auch zu Mittag gegessen haben.

Am Nachmittag hatten wir dann ein Treffen mit Herrn Fehr und den Gewinnern aus NRW, auch drei Schüler inklusive Lehrer. Vom Hotel aus sind wir dann zum Moscone Center gelaufen, wo wir unsere Konferenzpässe abgeholt haben. Dazu gabs außerdem einen tollen Rucksack mit jeder Menge Werbezeug und ein T-Shirt.

Später am Abend haben wir uns mit Herrn König zum Essen verabredet. Wir gingen zum Mexikaner, der im San Francisco Center war.

Montag, der 7. Mai

Der Montagmorgen verlief genau so wie der Sonntagmorgen. Wir fuhren um 11.00 Uhr mit dem Cable Car in Richtung Fisherman’s Wharf. Dort haben wir eine Stadtrundfahrt gemacht, welche in einem modifizierten Cable Car stattfand (mit Lkw-Untersatz). Damit sind wir durch halb SF gefahren und haben uns die ganzen steilen Straßen, Hochhäser etc. angesehen.

Leider war heute nicht unser Tag. Wir hatten einen Anlauf genommen, eine Schifffahrt zur Gefägnisinsel Alcatraz zu buchen; die Termine waren jedoch am Montag und Dienstag komplett ausgebucht. Resigniert begaben wir uns zum Exploratorium, welches leider montags geschlossen hat, wie wir vor Ort feststellte. Am Boden zerstört haben wir dann 17.00 Uhr in einem Schnellrestaurant im Macy’s Mittag gegessen.

Später haben wir uns dann das Business-Center im Hotel angesehen, was ultimativ mit einem Rechner ausgestattet war. Wir konnten uns jedoch glücklich schätzen, dass wir überhaupt Internetzugang hatten.

Des Abends gingen wir in ein Thai-Restaurant. Für Richard und Lars gab es jeweils einen Liter Suppe, weshalb es während des Essens auch nicht weniger wurde. Beim Rückweg sind wir dann durch etwas verruchtere Stadtteile gegangen.

v.l.n.r.: ich, Richard Tschirschnitz, Mirko König, Thomas Milde, vor dem Moscone Center

Dienstag, der 8. Mai – der erste Konferenztag

Heute mussten wir um 6.00 Uhr aufstehen, um pünktlich zum Frühstück im Moscone Center zu erscheinen, welches in einem riesigen Saal stattfand.

Dann gingen wir direkt zur Keynote (Einführungsveranstaltung). Dort war eine DJ damit beschäftigt, irgendwelche tollen Sachen live zu mixen. Während der Veranstaltung wurden einige Neuerungen angekündigt, z. B. Java FX oder die Fertigstellung der Offenlegung des Quelltextes des JDK. Alles in allem waren auch viele wichtige Leute anwesend, z. B. Jonathan Schwartz, James Gosling oder Rich Greene.

Mittagessen gab es dann auch bei der Konferenz. Später sind wir dann auch zu einigen anderen Sessions gegangen, nämlich Search Inside The Music und Web Algorithms. Am Abend waren dann Herr König und Lars dann noch bei einem Vortrag über das zukünftige JDK 7.

Mittwoch, der 9. Mai – der zweite Konferenztag

Heute gab es die Keynote von Oracle zu bestaunen, wobei uns das Gefühl beschlich, dass keiner von uns irgendetwas verstanden hatte. Es ging um Service Oriented Architecture und andere Sachen, von denen wir noch nie etwas gehört hatten. Wie von einem Verwandten von Richard empfohlen wurde, sahen wir uns später noch die Session Web Beans Update von Gavin King an. Auch hier haben wir nichts verstanden, jedoch gab es was zu lachen (Vortragsstil …).

Richard und Thomas besuchten die Session Rev Up Your Car PC With Java Technology, die aber überhaupt nicht informativ war, während Herr König die Zeit für eine Java ME-Session nutzte, um sich im Mobilbereich fortzubilden und Lars wieder im Apple Store war. Danach haben wir uns alle im Pavilion getroffen und jede Menge Sachen, u. a. T-Shirts von Motorola, abgestaubt.

Zwischendurch haben wir dann noch Karten für die Tour nach Alcatraz gekauft und dem Exploratorium noch einen kleinen Besuch abgestattet. Abends waren wir dann zusammen im Lori’s Diner, um ordentlich amerikanisch Burger zu essen und Cola zu trinken. Das Restaurant ist im 50er-Jahre-Stil gehalten und war deshalb sehr nett anzusehen. Anschließend waren wir dann im San Francisco Comedy College zu einer kleiner Vorstellung. Da wir uns vorher vorgestellt hatten, ging natürlich jeder zweite Witz über Deutschland …

Donnerstag, der 10. Mai – der dritte Konferenztag

Nach dem Frühstück sind wir mit der Straßenbahn zum Pier 39 gefahren und von dort aus mit dem Schiff zu Alcatraz. Die Audiotour war sehr interessant und informativ. Bei der Rückkehr wurden dann gleich Fotos mit den Schul-T-Shirts gemacht (Ausflippen!).

Nachmittags gab es dann auch noch einige Session, z. B. Write A 3D Game in Java in Less Than 50 Minutes - ein Thema, was uns etwas überraschte. Der Vortrag war aber recht gelungen und das Spiel, was dabei herauskam, war zwar spartanisch, aber spielbar und hatte einen hohen Spaßfaktor (zwei Dukes beschießen sich mit Bohnen). Zum Download gibts das Spiel hier.

Heute abend war dann auch noch das Abendessen im Stinking Rose, einem Knoblauch-Restaurant, wozu uns Herr Fehr eingeladen hatte.

Freitag, der 11. Mai – der vierte und letzte Konferenztag

Die heutige „Toy Show“-Keynote war natürlich ein Muss. Wir setzten uns aber gleich etwas weiter hinter, da wir aufgrund unseres Fluges etwas eher gehen mussten. Leider kamen die „Toys“ bis wir gegangen sind etwas zu kurz. Es wurden aber einige, teilweise sehr hilfreiche Tools zum Programmieren mit NetBeans vorgestellt.

Die Fahrt zum Flughafen und das Einchecken verlief wie geplant und mit einem mexikanischen Mittagessen im Bauch hoben wir pünktlich mit der Boing 747-400 ab. Das Unterhaltungsprogramm blieb diesmal glücklicherweise bis zur Landung aktiv, so dass es etwas weniger langweilig war.

Das Taxi brachte uns alle wieder bis vor die Tür nach Hause, wo alle todmüde ins Bett fielen.